Vom Freiluftfest zur Megaparty
So ganz genau weiss niemand mehr, wann beim alten Fussballplatz zum ersten Mal unter den Erlen gefestet wurde. Es könnte 52 oder auch mehr Jahre her sein. Eins aber ist klar: Das Erlenfest vom 4./5. Juli ist Standortmarketing pur.
Der alte Fussballplatz lag nahe beim Rhein inmitten von Erlen. Damals gab es vor der Holzbrücke auch noch das „Zollhüsli“. Damals hätten die „Tschutter“ noch trinken dürfen und man habe auch einiges „vertreit“ ohne gleich ausfällig zu werden, erinnert sich Heiri Rhyner zurück. Getrunken habe man auch, wenngleich es kein Pissoir gehabt habe, dafür jede Menge Erlen, wo man den „Tank“ dann habe entleeren können. Heiri erinnert sich noch an eine Bretterbühne und an Festtische, zuerst ohne Überdachung, später dann mit einem einfachen Zelt. Das Budget sei wohl klein gewesen. Die damals beliebte Kappelle Schwarz jedenfalls sei unerschwinglich gewesen. Man habe getanzt und geschäkert, habe mit jenen Frauen Vorlieb genommen, die da gewesen seien, fast alles nur Sevlerinnen, erinnern sich auch andere Informanten an einstige Zeiten zurück. Sevelen sei den Buchsern zu wenig gewesen. Helen Rhyner, damals noch Buchserin heute eng mit Sevelen verbunden, sieht das etwas differenzierter. Ihr Vater habe ihr jeweils gesagt: Mädchen pass auf, Sevelen ist dann Sevelen und so blieben sie und auch andere Buchserinnen dem Buchser Erlenfest treu. Das gab’s nämlich auch, ähnlich jenem von Sevelen, etwas nobler vielleicht, man war ja eben Buchs: Die Metropols-Blasiertheit verhinderte damals noch das Zusammentreffen. Das änderte sich dann später. Fünfziger-Informanten erinnern sich auch ans einstige Fest in den Erlen, an Rivella, Pepita, Elmer Citro, Bier und an die Rigolettis und wippende Tanzbünhne. Damit war man zufrieden. Getrunken habe man auch. Vor allem Bier. Dann sei es gegen Mitternacht etwas stiller geworden und danach wieder laut. Auch Schlägereien habe es gegeben, aber nie sei Schnaps im Spiel gewesen. Und noch etwas stört die Fünfziger, nämlich dass beim neuen Erlenfest, z. B. beim letzten ein halber Container voll Unrat an Flaschen und Büchsen zusammengelesen werden musste, der gar nicht dort verkauft worden sei, dass manchmal Auswärtige kommen und randalieren und viel zu viele Junge, teils stockbesoffen am Fest anzutreffen seien. Doch wie man es auch drehe: Die Zeiten hätten sich halt geändert und das neue Erlenfest, seit einiger Zeit in einem Zirkuszelt angesiedelt, sei schon mega. Das bestätigen gar Fast-Pensionäre. Vom Erlenfest rede man weit über die Region hinaus. Das sei Standortmarketing pur. Und darauf dürfe man in Sevelen stolz sein.
Nur dank Fronarbeit möglich
Nach wie vor wird auch das Erlenfest der Neuzeit, nämlich jenes beim Fussballplatz auf dem Areal Schild, in Fronarbeit organisiert. Die Gewinne kommen in die Vereinskasse. Noch im Jahr 2001 hatte man ein Budget von knapp 100 000 Franken, zählte damals 1840 Besucher. Im Jahre 2005 war das Budget schon doppelt so hoch. Das Zelt wurde auch mehrfach an mehreren Wochenenden genutzt und man konnte 8250 Besucher begeistern. Dem Grümpelturnierbetrieb blieb man immer treu. Ansonsten aber wurde aus dem Erlenfest eine Megaparty mit Bands, die Sevelen sonst nie hätte zu sehen bekommen. Die Spyder Murphy Gang war in Sevelen, Mash, Lovebugs, heuer die „Dada Ante Portas“, QL, Mc Sunday und vielen weiteren Attraktionen, darunter auch eine Warmup Party mit Zigeuner, gemütlichem Zusammensitzen und einheimischer Band. Das Zirkuszelt wird in diesem Jahr auch wieder anderweitig genutzt, z.B. eine Woche vor dem eigentlichen Erlenfest für die Spitex-Gala und ein Wochenende danach für das Bar & Pupfest. Den Organisatoren ist keine Mühe zu viel. Sie hoffen auf gutes Gelingen, tun alles Erdenkliche dafür, opfern monatelang ihr Freizeit und rechnen als Entgelt dafür mit der Disziplin der Besucher.
So ganz genau weiss niemand mehr, wann beim alten Fussballplatz zum ersten Mal unter den Erlen gefestet wurde. Es könnte 52 oder auch mehr Jahre her sein. Eins aber ist klar: Das Erlenfest vom 4./5. Juli ist Standortmarketing pur. Der alte Fussballplatz lag nahe beim Rhein inmitten von Erlen. Damals gab es vor der Holzbrücke auch noch das „Zollhüsli“. Damals hätten die „Tschutter“ noch trinken dürfen und man habe auch einiges „vertreit“ ohne gleich ausfällig zu werden, erinnert sich Heiri Rhyner zurück. Getrunken habe man auch, wenngleich es kein Pissoir gehabt habe, dafür jede Menge Erlen, wo man den „Tank“ dann habe entleeren können. Heiri erinnert sich noch an eine Bretterbühne und an Festtische, zuerst ohne Überdachung, später dann mit einem einfachen Zelt. Das Budget sei wohl klein gewesen. Die damals beliebte Kappelle Schwarz jedenfalls sei unerschwinglich gewesen. Man habe getanzt und geschäkert, habe mit jenen Frauen Vorlieb genommen, die da gewesen seien, fast alles nur Sevlerinnen, erinnern sich auch andere Informanten an einstige Zeiten zurück. Sevelen sei den Buchsern zu wenig gewesen. Helen Rhyner, damals noch Buchserin heute eng mit Sevelen verbunden, sieht das etwas differenzierter. Ihr Vater habe ihr jeweils gesagt: Mädchen pass auf, Sevelen ist dann Sevelen und so blieben sie und auch andere Buchserinnen dem Buchser Erlenfest treu. Das gab’s nämlich auch, ähnlich jenem von Sevelen, etwas nobler vielleicht, man war ja eben Buchs: Die Metropols-Blasiertheit verhinderte damals noch das Zusammentreffen. Das änderte sich dann später. Fünfziger-Informanten erinnern sich auch ans einstige Fest in den Erlen, an Rivella, Pepita, Elmer Citro, Bier und an die Rigolettis und wippende Tanzbünhne. Damit war man zufrieden. Getrunken habe man auch. Vor allem Bier. Dann sei es gegen Mitternacht etwas stiller geworden und danach wieder laut. Auch Schlägereien habe es gegeben, aber nie sei Schnaps im Spiel gewesen. Und noch etwas stört die Fünfziger, nämlich dass beim neuen Erlenfest, z. B. beim letzten ein halber Container voll Unrat an Flaschen und Büchsen zusammengelesen werden musste, der gar nicht dort verkauft worden sei, dass manchmal Auswärtige kommen und randalieren und viel zu viele Junge, teils stockbesoffen am Fest anzutreffen seien. Doch wie man es auch drehe: Die Zeiten hätten sich halt geändert und das neue Erlenfest, seit einiger Zeit in einem Zirkuszelt angesiedelt, sei schon mega. Das bestätigen gar Fast-Pensionäre. Vom Erlenfest rede man weit über die Region hinaus. Das sei Standortmarketing pur. Und darauf dürfe man in Sevelen stolz sein. Nach wie vor wird auch das Erlenfest der Neuzeit, nämlich jenes beim Fussballplatz auf dem Areal Schild, in Fronarbeit organisiert. Die Gewinne kommen in die Vereinskasse. Noch im Jahr 2001 hatte man ein Budget von knapp 100 000 Franken, zählte damals 1840 Besucher. Im Jahre 2005 war das Budget schon doppelt so hoch. Das Zelt wurde auch mehrfach an mehreren Wochenenden genutzt und man konnte 8250 Besucher begeistern. Dem Grümpelturnierbetrieb blieb man immer treu. Ansonsten aber wurde aus dem Erlenfest eine Megaparty mit Bands, die Sevelen sonst nie hätte zu sehen bekommen. Die Spyder Murphy Gang war in Sevelen, Mash, Lovebugs, heuer die „Dada Ante Portas“, QL, Mc Sunday und vielen weiteren Attraktionen, darunter auch eine Warmup Party mit Zigeuner, gemütlichem Zusammensitzen und einheimischer Band. Das Zirkuszelt wird in diesem Jahr auch wieder anderweitig genutzt, z.B. eine Woche vor dem eigentlichen Erlenfest für die Spitex-Gala und ein Wochenende danach für das Bar & Pupfest. Den Organisatoren ist keine Mühe zu viel. Sie hoffen auf gutes Gelingen, tun alles Erdenkliche dafür, opfern monatelang ihr Freizeit und rechnen als Entgelt dafür mit der Disziplin der Besucher.